Metrische Schrauben und Zollschrauben von Würth verbinden Bauteile in Maschinenbau, Stahlbau, Fahrzeugbau und Elektrotechnik. Das Sortiment reicht vom Sechskantkopf nach ISO 4017 und ISO 4014 über den Zylinderkopf nach ISO 4762 bis zum Senkkopf nach ISO 10642, dazu kommen Gewindestifte, Passschrauben, Ring- und Augenschrauben sowie Hammerkopfschrauben für Montageschienen. Die Gewindearten reichen vom metrischen Regelgewinde über Feingewinde bis zu UNC- und UNF-Ausführungen, die Festigkeitsklassen von 4.6 bis 12.9. Werkstoffe von Stahl über Edelstahl A2 und A4 bis Messing decken trockene Innenräume ebenso ab wie dauerfeuchte Außenbereiche. Dazu liefert Würth Normteil-Wissen, CAD-Daten und eine Nachschubversorgung, die Maschinenschrauben als C-Teile planbar macht.
Metrische Schrauben, Zollschrauben und Maschinenschrauben im industriellen Einsatz
Eine Schraubverbindung im Maschinen- und Anlagenbau hängt an vier Entscheidungen: dem Maßsystem, der Kopfform samt Antrieb, der Festigkeitsklasse und der Oberfläche. Fehler an dieser Stelle zeigen sich selten sofort, sondern erst bei der Montage, wenn das Werkzeug nicht passt, oder nach der ersten Freibewitterung, wenn die Verbindung korrodiert. Metrische Schrauben und Zollschrauben — im technischen Sprachgebrauch auch Maschinenschrauben — bilden dafür die Basis: Sie sind genormt, reproduzierbar beschaffbar und über Normbezeichnung, Werkstoff und Oberfläche eindeutig spezifizierbar.
Die Einsatzfelder sind entsprechend breit. Im Maschinen- und Anlagenbau dominieren Sechskant- und Zylinderkopfschrauben nach ISO-Normen, im Stahlbau kommen vorspannbare Garnituren nach EN 14399-4 und geregelte Schraubenverbindungen nach EN 15048 hinzu. Der Fahrzeug- und Nutzfahrzeugbau arbeitet zusätzlich mit Werksnormen und Flanschschrauben, der Behälterbau mit eigenen Sechskant-Ausführungen, die Lebensmittel- und Pharmatechnik mit Schrauben für den Hygienebereich. In der Elektrotechnik und Feinmechanik überwiegen kleinere Nenndurchmesser mit Kreuzschlitz- oder Innensechsrund-Antrieb.
Durchgängige Normbasis statt Einzelfalllösungen: Die tragenden Kopfformen folgen ISO- und DIN-Normen, die Abmessungen, Kopfgeometrie und mechanische Eigenschaften festlegen. Das macht Verbindungen austauschbar, dokumentierbar und auch Jahre später nachbestellbar, weil die Normbezeichnung allein den Artikel eindeutig beschreibt — in Wartung und Ersatzteilversorgung der entscheidende Punkt.
Ein Maßsystem für alle gängigen Kopfformen: Metrisches Regelgewinde ist im Sortiment der Regelfall, Feingewinde und Zollgewinde stehen dort bereit, wo Konstruktion oder Herkunft der Maschine es verlangen. Dieselbe Kopfform lässt sich damit über verschiedene Gewindearten hinweg beschaffen, ohne die Montagelogik zu wechseln.
Korrosionsschutz als eigene Auswahlachse: Vom blanken Stahl über verzinkte und dickschichtpassivierte Ausführungen bis zu feuerverzinkten Schrauben und Edelstahl A2 oder A4 lässt sich die Verbindung auf die Umgebung auslegen. Der Werkstoff bestimmt dabei die Grenze, nicht die Beschichtung allein.
Für die Auswahl heißt das: erst das Maßsystem und die Kopfform festlegen, dann Festigkeit und Oberfläche auf die Belastung und die Umgebung abstimmen. Die folgenden Abschnitte gehen diese Achsen der Reihe nach durch.
Praxisvorteil: Beim Wechsel von DIN 933 auf ISO 4017 ändert sich die Schlüsselweite — bei M10, M12 und M14 um 1 mm nach unten, bei M22 von 32 auf 34 mm. Wer Bestandszeichnungen umstellt, prüft das Montagewerkzeug am besten gleich mit.
Gewindesystem verstehen: Regelgewinde, Feingewinde und Zollgewinde
Das Gewinde entscheidet darüber, ob zwei Bauteile überhaupt zusammenpassen. Metrische Gewinde werden in Millimetern angegeben und haben einen Flankenwinkel von 60°; die Bezeichnung nennt den Nenndurchmesser, bei Regelgewinde ohne Steigungsangabe. Eine Schraube M8 trägt also metrisches Regelgewinde, eine Schraube M8×1 dagegen Feingewinde mit ausdrücklich angegebener Steigung. Zollgewinde arbeiten stattdessen mit Zoll-Nenndurchmessern und werden über die Zahl der Gewindegänge je Zoll unterschieden.
Im Sortiment ist metrisches Regelgewinde der Regelfall — quer durch alle Kopfformen. Feingewinde steht gezielt dort zur Verfügung, wo eine feinere Verstellung, eine höhere Sicherheit gegen selbsttätiges Lösen oder dünnwandige Bauteile es nahelegen: bei Sechskantschrauben nach ISO 8676 und ISO 8765 sowie bei Zylinderkopfschrauben mit Feingewinde. Linksgewinde bleibt ein Sonderfall für Anwendungen, in denen die Drehrichtung des Bauteils ein Rechtsgewinde lösen würde.
Eine zweite, oft übersehene Unterscheidung betrifft die Gewindelänge. Schrauben mit Vollgewinde tragen das Gewinde bis unter den Kopf und eignen sich für Durchsteckverbindungen mit wechselnden Klemmlängen. Schrauben mit Schaft haben einen glatten Abschnitt unter dem Kopf, der Querkräfte über den Schaft statt über das Gewinde aufnimmt. Bei Sechskantschrauben deckt Würth beide Zweige durchgängig ab: ISO 4017 mit Vollgewinde und ISO 4014 mit Schaft, jeweils über das gesamte Größenspektrum.
Gewindeart
Bezeichnung am Beispiel
Wofür es ausgelegt ist
Typischer Einsatz
Metrisches Regelgewinde
M8
Größte Steigung der metrischen Reihe bei 60° Flankenwinkel; die Bezeichnung nennt allein den Nenndurchmesser.
Der Regelfall quer durch alle Kopfformen — allgemeiner Maschinen-, Anlagen- und Vorrichtungsbau.
Metrisches Feingewinde
M8×1
Kleinere Steigung als das Regelgewinde: feinere Verstellung je Umdrehung, mehr tragende Gänge auf gleicher Einschraubtiefe, höhere Sicherheit gegen selbsttätiges Lösen.
Dünnwandige Bauteile, Justier- und Spannaufgaben, Hydraulik- und Fahrzeugkomponenten.
Linksgewinde
M10 LH
Gegenläufige Steigung — die Verbindung zieht sich dort fest, wo die Drehrichtung des Bauteils ein Rechtsgewinde lösen würde.
Wellenenden und rotierende Bauteile, Spannschlösser, paarweise gegenläufige Verstellungen.
UNC — Zoll-Grobgewinde
1/4″-20 UNC
Zoll-Nenndurchmesser mit grober Gangzahl je Zoll — das Gegenstück zum metrischen Regelgewinde, trotz gleichem 60°-Flankenwinkel nicht austauschbar.
Maschinen und Aggregate aus dem angloamerikanischen Raum, Ersatz bestehender Zollverbindungen.
UNF — Zoll-Feingewinde
1/4″-28 UNF
Gleicher Zoll-Nenndurchmesser, höhere Gangzahl je Zoll: tragfähiger im dünnen Werkstoff und fester gegen Vibration.
Fahrzeug- und Antriebstechnik im Zollmaß, Verschraubungen unter wechselnder Last.
Rohrgewinde, zylindrisch
G 1/4
Zylindrisches Whitworth-Rohrgewinde; abgedichtet wird nicht über die Flanken, sondern über einen Dichtring unter dem Bund.
Verschlussschrauben in Ölkanälen, Getriebe- und Hydraulikgehäusen mit Dichtfläche.
Rohraußengewinde kegelig
R 1/4
Kegeliges Whitworth-Außengewinde; die Flanken verspannen sich beim Eindrehen und dichten über den Gewindesitz selbst.
Druck- und ölführende Bohrungen ohne Platz für eine zusätzliche Dichtfläche.
Für die Praxis bedeutet die Tabelle vor allem eines: Gewindeart und Kopfform sind zwei unabhängige Entscheidungen. Dieselbe Sechskantschraube gibt es mit Regelgewinde, mit Feingewinde und in Zollausführung — was sich ändert, ist ausschließlich das Gewinde, nicht die Montagelogik. Wie sich die deutschen DIN-Normen dabei in die internationalen ISO-Normen überführt haben, beschreibt Würth in der Übersicht zur Normumstellung; für metrische Schrauben läuft diese Umstellung noch.
Kopfformen im Überblick: Sechskantkopf, Zylinderkopf und Senkkopf
Die Kopfform bestimmt drei Dinge gleichzeitig: wie viel Drehmoment übertragbar ist, wie die Schraube auf dem Bauteil aufliegt und wie das fertige Bauteil aussieht. Die folgende Übersicht stellt die Kopfformen des Sortiments mit ihren Leitnormen, Antrieben und Größenschwerpunkten nebeneinander — jede Zeile führt direkt in die passende Produktwelt.
Die drei Kopfformen mit dem größten Sortimentsanteil sind zugleich die, die in der Konstruktion am häufigsten auftauchen.
Sechskantschrauben nach ISO 4017 und ISO 4014
Der Außensechskant überträgt hohe Drehmomente und ist mit Ring-, Maul- und Steckschlüsseln erreichbar — deshalb bleibt er die erste Wahl, wenn Vorspannkraft gefragt ist. Die Leitnormen sind ISO 4017 mit Gewinde bis Kopf und ISO 4014 mit Schaft. Beide haben die zurückgezogenen Normen DIN 933 und DIN 931 abgelöst und entsprechen ihnen weitgehend; Einzelheiten zur Umstellung stehen auf der Würth-Kompetenzseite zu den Sechskantschrauben nach DIN 933, DIN 931 und ISO 4014/4017.
Neben der Standardausführung deckt die Welt Sonderstrecken ab: Flanschschrauben nach DIN 6921 ersetzen die separate Scheibe, vorspannbare Garnituren nach EN 14399-4 gehören in den geregelten Stahlbau, Ausführungen nach EN 15048 in geschraubte Tragwerke ohne Vorspannung. Für Behälterbau und Hygienebereich gibt es eigene Zweige mit angepasster Kopfgeometrie und Oberfläche.
Wichtige Merkmale:
Festigkeitsklassen von 5.6 bis 12.9: Die tragenden Klassen sind 8.8 und 10.9, darüber steht 12.9 für hochbelastete Verbindungen. In Edelstahl entsprechen A2-70 und A4-70 dem üblichen Niveau.
Voll- oder Teilgewinde je nach Klemmfall: ISO 4017 für wechselnde Klemmlängen, ISO 4014, wenn der glatte Schaft Querkräfte aufnehmen soll.
Größen von M6 bis M24 als Schwerpunkt: Darüber hinaus reichen die Nenndurchmesser bis M42 und die Längen bis über 300 mm.
Feuerverzinkte Ausführungen mit eigener Güte: Die Klasse 8.8U ist auf das Feuerverzinken abgestimmt; das Gewinde wird dafür mit Untermaß gefertigt.
Zylinderkopfschrauben nach ISO 4762 und DIN 912
Zylinderschrauben mit Innensechskant bauen schmaler als ein Sechskantkopf und lassen sich in einer Senkung vollständig versenken. Das macht ihn zur Standardlösung im Maschinenbau, wo Bauraum knapp ist und Schraubenköpfe nicht vorstehen dürfen. Details zur Norm und zu den passenden Senkungen nach DIN 974-1 sowie zu den Scheiben nach ISO 7092 stehen auf der Kompetenzseite zu den Zylinderkopfschrauben nach DIN 912 und ISO 4762.
Wird die Bauhöhe noch knapper, greift die niedrige Kopfform: DIN 7984 und DIN 6912 haben einen flacheren Kopf als ISO 4762, wobei DIN 6912 zusätzlich eine Schlüsselführung im Innensechskant besitzt. Welche der beiden Normen in welchem Durchmesserbereich verfügbar ist und wie sich Kopfdurchmesser und Kopfhöhe unterscheiden, zeigt die Kompetenzseite zu den Zylinderkopfschrauben nach DIN 7984 und DIN 6912.
Wichtige Merkmale:
Innensechskant als Regelantrieb: Er überträgt das Drehmoment formschlüssig und rutscht seltener ab als ein Schlitz. Ergänzend gibt es Ausführungen mit Innensechsrund und mit Schlitz nach DIN 84.
Kleinere Nenndurchmesser im Schwerpunkt: M4 bis M10 decken den größten Teil des Sortiments ab, die Spanne reicht darunter und darüber hinaus.
Niedrige Köpfe als eigene Strecke: DIN 7984 und DIN 6912 dort, wo die Standard-Kopfhöhe nach ISO 4762 nicht in den Bauraum passt.
Senkkopfschrauben nach ISO 10642 und DIN 7991
Senkkopfschrauben schließen bündig mit der Bauteiloberfläche ab — gefordert überall dort, wo nichts vorstehen darf: bei Führungen, Abdeckungen, Fördertechnik und überall, wo Personen oder Material an der Verbindung entlanggleiten. Die Kopfgeometrie begrenzt allerdings die übertragbare Last, weshalb die Normen eigene Kennzeichnungen vorsehen. Die Senkung selbst muss nach DIN 74 Form F ausgeführt werden; die Maßtabelle dazu steht auf der Kompetenzseite zu den Senkkopfschrauben nach DIN 7991 und ISO 10642.
Antriebsseitig ist die Senkkopf-Welt die vielfältigste des Hubs: Innensechskant nach ISO 10642, Innensechsrund nach ISO 14581, Kreuzschlitz nach DIN 965 und Schlitz nach DIN 963 stehen nebeneinander. Ergänzend gibt es Senkkopfschrauben mit Nase, die sich gegen Mitdrehen sichern.
Wichtige Merkmale:
Vier Antriebsarten in einer Kopfform: von Schlitz für einfache Montage bis Innensechsrund für hohe Drehmomente bei kleinem Kopf.
Festigkeitsklassen von 4.8 bis 10.9: dazu Edelstahl in A2 und A4; die Klassen mit vorangestellter Null kennzeichnen die kopfformbedingt eingeschränkte Belastbarkeit.
Senkungsvorgabe beachten: DIN 74 Form F für DIN 7991 und ISO 10642 — der Senkungswinkel wechselt bei den größten Durchmessern von 90° auf 60°.
Linsenkopf, Halbrundkopf, Flachkopf und Flachrundschrauben
Neben den drei tragenden Kopfformen deckt das Sortiment eine zweite Gruppe ab, bei der die Auflagefläche, die Bauhöhe und das sichtbare Ergebnis im Vordergrund stehen. Diese Schrauben halten selten die höchsten Lasten, dafür lösen sie Aufgaben, die ein Sechskantkopf nicht lösen kann: flächig auf dünnem Blech auflegen, in einer Sichtkante verschwinden oder ein Holzteil ohne Gegenhalten verschrauben.
Linsenkopf- und Linsensenkkopfschrauben
Der abgerundete Linsenkopf verteilt die Druckkraft auf eine größere Fläche als ein Senkkopf und schützt damit dünne oder weiche Werkstoffe. Leitnormen sind DIN 7985 und ISO 7045, überwiegend mit Kreuzschlitz-Antrieb. Die Linsensenkkopf-Variante nach DIN 964 und DIN 966 kombiniert eine versenkte Auflage mit einer sichtbaren Kuppe — die klassische Lösung für Blenden und Abdeckungen. In Messing und vernickelter Ausführung sind beide Formen auch dort einsetzbar, wo das Erscheinungsbild zählt.
Halbrundkopfschrauben mit und ohne Bund
Der abgeflachte Halbrundkopf ist die Kopfform für sichtbare Verschraubungen. Das Sortiment trennt sie nach Antrieb: ISO 7380-1 und ISO 7380-2 mit Innensechskant, DIN 34805-1 und DIN 34805-2 mit Innensechsrund; die jeweils zweite Norm bezeichnet die Ausführung mit Bund, der die Auflagefläche vergrößert und eine separate Scheibe erübrigt. Warum der Innensechsrund-Antrieb hier verbreitet ist und welche Vorteile er gegenüber dem Innensechskant hat, beschreibt die Kompetenzseite zu den Halbrundkopfschrauben nach ISO 7380 und DIN 34805. Ergänzend gibt es Sicherheitsschrauben mit Sperrstift, die sich mit Standardwerkzeug nicht lösen lassen.
Flachkopfschrauben für flache Bauhöhen
Flachkopfschrauben nach ISO 14583, ISO 1580, DIN 85 und DIN 923 haben die niedrigste Kopfhöhe der Gruppe. Sie sitzen dort, wo weder eine Senkung möglich ist noch ein hoher Kopf akzeptabel — in Feinmechanik, Gerätebau und Elektrotechnik. Antriebsseitig stehen Schlitz und Innensechsrund nebeneinander; die Innensechsrund-Ausführung nach ISO 14583 erlaubt deutlich höhere Drehmomente bei gleicher Kopfgröße. Die Kompetenzseite zu den Flachkopfschrauben nach ISO 14583 nennt den verfügbaren Durchmesserbereich von M2 bis M10.
Flachrundschrauben und Schlossschrauben nach DIN 603
Flachrundschrauben nach DIN 603 tragen unter dem flachen Rundkopf einen Vierkantansatz. Wird dieser in das Holz eingelassen oder in ein Langloch gesetzt, hält er die Schraube fest — sie lässt sich dann allein von der Mutternseite anziehen, ohne am Kopf gegenzuhalten. Genau das macht sie zur Standardlösung für Verbindungen von Holz auf Metall: Zimmerei und Fertighausbau, Fahrzeug- und Bootsbau, Messe- und Gerüstbau, zerlegbare Transportgestelle. Bei Holz-auf-Holz-Verbindungen gehört unter die Mutter eine großflächige Scheibe. Im Sprachgebrauch der Werkstatt heißen sie meist Schlossschrauben — im Katalog stehen sie unter Flachrundschrauben, unter anderem als Schlossschrauben nach DIN 603.
Festigkeitsklassen, Werkstoffe und Korrosionsschutz
Kopfform und Gewinde bestimmen, ob eine Schraube passt. Festigkeitsklasse, Werkstoff und Oberfläche bestimmen, ob sie hält — und wie lange. Diese drei Angaben stehen in jeder Artikelbezeichnung und sind damit das eigentliche Auswahlwerkzeug.
Bei Stahlschrauben nennt die Festigkeitsklasse zwei Kennwerte in einer Zahl: 8.8 steht für eine Zugfestigkeit von 800 N/mm², 10.9 für 1.000 N/mm², 12.9 für 1.200 N/mm². Nach unten decken 4.6, 4.8 und 5.6 Verbindungen ab, bei denen die Vorspannkraft nicht das begrenzende Kriterium ist. Bei Edelstahl gilt eine eigene Systematik: A2-70 und A4-70 entsprechen 700 N/mm², A2-80 und A4-80 liegen darüber. Manche Kopfformen tragen die Klasse mit vorangestellter Null — 08.8 oder 010.9 statt 8.8 oder 10.9. Diese Kennzeichnung weist auf die durch die Kopfgeometrie eingeschränkte Belastbarkeit hin; die mechanischen Eigenschaften der Schraube selbst bleiben nach ISO 898-1 unverändert.
Der Werkstoff entscheidet über die Korrosionsbeständigkeit. Stahl ist der Regelfall für trockene und geschützte Einbausituationen. Edelstahlschrauben in A2 decken den Außenbereich ohne Chlorideinfluss ab, A4 zusätzlich Küstennähe, Schwimmbadtechnik und chemisch belastete Umgebungen; A5 nach Werkstoffnummer 1.4571 sowie hitzebeständige und warmfeste Stähle stehen für Sonderfälle bereit. Messing und Polyamid ergänzen dort, wo elektrische Eigenschaften oder Gewicht zählen. Wer ausschließlich nach Werkstoff sucht, findet den Querschnitt über alle Kopfformen unter Edelstahlschrauben und speziell unter Innensechskantschrauben aus Edelstahl.
Werkstoff / Oberfläche
Korrosionsschutz
Typisches Einsatzumfeld
Hinweis zur Auswahl
Stahl blank
kein Schutz
Innenräume, geschützte Einbaulage, Weiterverarbeitung mit eigenem Oberflächenschutz
Standard bei hochfesten Klassen 10.9 und 12.9
Stahl verzinkt
galvanisch, dünnschichtig
trockene bis leicht feuchte Innenbereiche, allgemeiner Maschinenbau
die häufigste Ausführung im Sortiment
Stahl verzinkt mit Dickschichtpassivierung
galvanisch, erhöhte Beständigkeit
Fahrzeugbau, Anlagenbau mit Feuchtebelastung
Chrom(VI)-frei ausgeführt
Zink-Lamellen- und Zink-Nickel-Systeme
Beschichtung, hohe Beständigkeit
Außenbereich, hochbelastete Verbindungen mit definiertem Reibwert
für vorspannbare Verbindungen mit Reibwertvorgabe
Stahl feuerverzinkt
Tauchverzinkung, dickste Zinkschicht
Stahlbau, Freiluftkonstruktionen, Traggerüste
Gewinde mit Untermaß der Toleranzklasse 6az; Güte 8.8U
Edelstahl A2
Werkstoff-inhärent
Außenbereich ohne Chloride, Lebensmitteltechnik, Fassade
Klassen A2-70 und A2-80
Edelstahl A4
Werkstoff-inhärent, chloridbeständiger
Küstennähe, Schwimmbad, chemische Umgebung
Klassen A4-70 und A4-80
Messing, vernickelt
Werkstoff-inhärent
Elektrotechnik, Sichtanwendungen, Feinmechanik
geringere Festigkeit als Stahl
Die Kombination entscheidet: eine Schraube der Klasse 10.9 in blanker Ausführung ist im Außenbereich die falsche Wahl, eine A2-70 im hochbelasteten Stahlbau ebenso. Angaben zu Zugfestigkeit und Werkstoffnummer je Artikel entnehmen Sie dem jeweiligen Produktdatenblatt.
Hinweis zur Feuerverzinkung: Feuerverzinkte Schrauben werden mit Gewindeuntermaß der Toleranzklasse 6az gefertigt, bevor der Oberflächenschutz aufgebracht wird (DIN EN ISO 10684). Mutter und Schraube müssen deshalb aufeinander abgestimmt sein — eine Standardmutter passt nicht ohne Weiteres auf ein feuerverzinktes Gewinde.
Antriebe: Außensechskant, Innensechskant, Innensechsrund und Kreuzschlitz
Bei Maschinenschrauben bestimmt der Antrieb, wie viel Drehmoment ohne Abrutschen übertragbar ist und wie zugänglich die Verschraubung sein muss. Er ist keine Nebensache: Bei gleicher Kopfgröße unterscheiden sich die Antriebsarten deutlich in der übertragbaren Kraft und im Werkzeugverschleiß. Außensechskantschrauben und Innenantriebe decken dabei zwei unterschiedliche Montagesituationen ab.
Außensechskant: Der Antrieb der Sechskant- und Stiftschraubenwelt. Er lässt sich mit Ring-, Maul-, Steck- und Drehmomentschlüsseln bedienen, erlaubt hohe Anzugsmomente und ist auch bei verschmutzten Köpfen noch greifbar. Nachteil: Er braucht Platz seitlich der Schraube.
Innensechskant: Regelantrieb der Zylinderkopf- und Senkkopfschrauben sowie der Gewindestifte. Der Formschluss im Kopf spart Bauraum und erlaubt Verschraubungen in Senkungen. Ausführungen mit Schlüsselführung nach DIN 6912 stabilisieren den Schlüssel zusätzlich.
Innensechsrund (TX): Der jüngste der vier Antriebe, seit Ende der 1990er-Jahre in DIN EN ISO 10664 geregelt. Er überträgt das Drehmoment über sechs abgerundete Flanken statt über Kanten — das verteilt die Kraft besser, verringert den Werkzeugverschleiß, senkt die notwendige Anpresskraft und vermeidet den Cam-out-Effekt. Im Sortiment steht er bei Senkkopfschrauben mit Innensechsrund, Zylinderkopfschrauben mit Innensechsrund und Flachkopfschrauben mit Innensechsrund.
Kreuzschlitz und Schlitz: Kreuzschlitz Form H prägt die Linsenkopf- und Linsensenkkopf-Welt, Schlitz die klassischen Flachkopf- und Gewindestift-Ausführungen. Beide sind für moderate Drehmomente gedacht und punkten bei einfacher, handgeführter Montage.
Die Zuordnung ist kein Zufall, sondern folgt der Kopfform: Je flacher der Kopf, desto eher ein Innenantrieb — und je höher das geforderte Moment bei flachem Kopf, desto eher Innensechsrund. Welche Antriebsvariante eine konkrete Norm vorsieht, zeigt die Kompetenzseite zu den Senkschrauben nach ISO 14581 am Beispiel des Senkkopfs.
Passschrauben, Stiftschrauben und Dehnschaftschrauben für definierte Verbindungen
Manche Verbindungen müssen mehr leisten als halten: Sie sollen Bauteile exakt zueinander positionieren, Querkräfte aufnehmen oder unter wechselnder Last dauerhaft vorgespannt bleiben. Dafür gibt es drei Sonderformen, die im Sortiment eigene Zweige bilden.
Passschrauben nach DIN 609, DIN 610 und ISO 7379 haben einen geschliffenen Passschaft mit dem Toleranzfeld k6, der üblicherweise mit einer Bohrung H7 gepaart wird. Damit übernimmt die Schraube selbst die Lagesicherung und nimmt Querkräfte auf — die sonst übliche Kombination aus Spannstift und Standardschraube entfällt. Das spart einen Fertigungsschritt und ein Bauteil je Verbindung. Erhältlich sind sie mit Zylinderkopf und mit Sechskantkopf, in den Klassen 8.8 und 12.9.
Stiftschrauben für geschonte Einschraubgewinde
Stiftschrauben nach DIN 939, DIN 938 und DIN 835 tragen an beiden Enden Gewinde und keinen Kopf. Das eine Ende wird dauerhaft in das Grundbauteil eingeschraubt, das andere nimmt die Mutter auf. Sinnvoll ist das überall, wo ein Bauteil häufig demontiert wird und das Gewinde im Grundwerkstoff geschont werden soll — etwa bei Gehäusedeckeln, Flanschen und Lagerböcken. Die Längen reichen bis in den Bereich mehrerer hundert Millimeter, die Festigkeitsklassen von 8.8 über 10.9 bis Edelstahl.
Dehnschaftschrauben für wechselnde Lasten
Dehnschaftschrauben nach DIN 2510 haben einen verjüngten Schaft, der sich elastisch längen kann. Sie halten die Vorspannkraft auch dann, wenn sich das Bauteil thermisch bewegt oder die Last wechselt — der Grund, warum sie im Kraftwerks- und Apparatebau in warmfestem Werkstoff ausgeführt sind.
Gewindestifte, Ring- und Augenschrauben, Hammerkopf- und Handschrauben
Ein Teil des Sortiments löst Aufgaben, für die eine klassische Durchsteckverbindung ungeeignet ist: klemmen statt spannen, anschlagen statt befestigen, von Hand verstellen statt mit Werkzeug anziehen.
Gewindestifte und Madenschrauben
Gewindestifte haben keinen Kopf und verschwinden vollständig im Gewinde. Sie klemmen ein Bauteil — etwa eine Welle im Stellring — oder drücken gegen ein Gegenstück. Die Normenreihe ISO 4026 bis ISO 4029 unterscheidet nach der Spitzenform: Kegelkuppe, Spitze, Ringschneide und Zapfen greifen jeweils anders in das Gegenstück. Dazu kommen Ausführungen mit Schlitz nach DIN 551 und DIN 553. Der überwiegende Teil trägt Innensechskant, der Rest Schlitz.
Eine Einschränkung ist dabei zu beachten: Gewindestifte aus Stahl sind nach DIN EN ISO 898-5 ausschließlich für Druckbelastung vorgesehen. Sie sind dafür sehr hart ausgeführt, damit der Innensechskant beim Anziehen und Lösen nicht ausbricht. Anschweißen, Anziehen mit Muttern, Kontern oder Biegebelastung entsprechen nicht dem Einsatzzweck und können zum Versagen führen. Rostfreie Gewindestifte aus Edelstahl A2 und A4 sind nicht gehärtet und für Zugbelastungen gegebenenfalls geeignet — Angaben dazu entnehmen Sie dem jeweiligen Produktdatenblatt.
Ring- und Augenschrauben zum Anschlagen
Ringschrauben nach DIN 580 haben einen geschmiedeten Ring statt eines Kopfes und dienen als Anschlagpunkt zum Heben und Bewegen von Bauteilen. Erhältlich sind sie in Einsatzstahl C15E sowie in Edelstahl A2 und A4, verzinkt, blank und feuerverzinkt; einzelne Ausführungen kommen mit Prüfbescheinigung 3.1. Augenschrauben nach DIN 444 haben ein offenes oder geschlossenes Auge und sind für Zug- und Aufhängeaufgaben gedacht — Zaunanlagen, Spannvorrichtungen, Deckelverschlüsse. Die Form LB trägt Gewinde bis annähernd an das Auge und damit über die gesamte Einschraubtiefe.
Hammerkopfschrauben für Montageschienen
Hammerkopfschrauben nach DIN 186, DIN 188 und DIN 787 haben einen rechteckigen Kopf, der sich in eine Schiene oder einen T-Nutenkanal einführen und durch Vierteldrehung verriegeln lässt. Sie sind die Standardlösung für Befestigungen an Montageschienen und Maschinentischen, weil sich die Position ohne Demontage verschieben lässt. Das Sortiment umfasst sie in Stahl sowie in Edelstahl A2 und A4; passende Schienen und Zubehör stehen unter den Verbindungselementen für Profilsysteme.
Rändel- und Flügelschrauben lassen sich ohne Werkzeug verstellen — bei Rändelschrauben nach DIN 464 und DIN 653 über einen gerändelten Kopf, bei Flügelschrauben nach DIN 316 über zwei Flügel. Gedacht sind sie für Einstellvorrichtungen, Schutzhauben und alles, was regelmäßig geöffnet wird.
Sechskantschrauben mit Unterkopfverzahnung, Ripp- und Sperrzahnschrauben sichern sich über eine verzahnte Auflagefläche gegen selbsttätiges Lösen und ersparen ein zusätzliches Sicherungselement. Sie folgen Werksnormen statt DIN oder ISO.
Vierkantschrauben nach DIN 479 und DIN 478 übertragen das Moment über einen Außenvierkant und sitzen in Klemm- und Stellaufgaben, häufig mit Kernansatz zur Fixierung.
Zollschrauben: UNC, UNF und Rohrgewinde-Ausführungen
Zollschrauben werden gebraucht, wenn eine Maschine, ein Aggregat oder eine Anlage aus dem angloamerikanischen Raum stammt — oder wenn eine bestehende Verbindung im Zollmaß ausgeführt ist und ersetzt werden muss. Ein metrisches Gewinde passt dort nicht: Nenndurchmesser und Steigung unterscheiden sich, und schon eine gering abweichende Steigung zerstört beim Eindrehen das Gegengewinde.
Im Sortiment tritt Zollgewinde in zwei Formen auf. Zum einen als Nebenstrecke der metrischen Kopfform-Welten: UNC als Grobgewinde und UNF als Feingewinde stehen bei Sechskant-, Zylinderkopf-, Senkkopf-, Linsenkopf-, Halbrundkopf- und Flachrundschrauben in einzelnen Ausführungen zur Verfügung, dazu Sechskantschrauben nach ASME B18.2.1, Zylinder- und Senkkopfschrauben nach ASME B18.3 und Kreuzschlitzschrauben nach ASME B18.6.3. Eigene Zweige gibt es für Zollschrauben mit Sechskantkopf sowie für Senkkopfschrauben mit 82-Grad-Kopfwinkel, dem im Zollraum üblichen Senkungswinkel.
Zum anderen als eigene Welt bei den Verschlussschrauben. Dort ist Zollmaß nicht die Ausnahme, sondern die Regel: Neben metrischem Gewinde umfasst dieser Zweig zylindrisches Rohrgewinde und kegeliges Rohraußengewinde nach Whitworth, mit Zoll-Nenndurchmessern von 1/8 bis 3/4 Zoll. Verschlussschrauben nach DIN 908, DIN 910, DIN 906 und DIN 7604 dichten Bohrungen, Ölkanäle und Gehäuse ab — das kegelige Gewinde dichtet dabei über den Gewindesitz selbst, das zylindrische über einen Dichtring.
Eine Einschränkung gehört dazu: Whitworth-Gewinde für Schrauben (BSW und BSF) sowie NPT- und BSP-Rohrgewinde umfasst der Katalog in diesem Bereich nicht. Wer solche Gewinde benötigt, findet sie nicht über die Kopfform-Welten dieses Sortiments. Die mm-in-Zoll-Umrechnung und die vollständigen ANSI-Normübersichten stellt Würth in einer eigenen Broschüre zu Verbindungselementen mit Zollgewinde bereit.
Verbindungselemente von Würth: Normteil-Kompetenz, Beschaffung und Nachweise
Ein Sortiment an Maschinenschrauben ist nur so gut wie die Fähigkeit, aus einer breiten Normenlandschaft die richtige Position zu finden, sie zu dokumentieren und dauerhaft nachzubeschaffen. Genau daran hängt bei Verbindungselementen der eigentliche Aufwand — nicht am Produkt, sondern an Auswahl, Nachweis und Nachschub. Würth deckt diese Kette geschlossen ab.
Normteil-Kompetenz als eigene Wissensbasis: Zu den tragenden DIN- und ISO-Normen bestehen eigene Fachseiten mit Maßtabellen, Senkungsvorgaben und Umstellungshinweisen — nachzulesen im Überblick zu DIN- und ISO-Normteilen.
Fachwissen zur Schraubenauswahl: Gewindearten, Kopfformen, Antriebe und Werkstoffe sind auf der Kompetenzseite zu Schrauben zusammengeführt — der Einstieg, wenn die Norm noch nicht feststeht.
DIN-Produktfinder für die Normsuche: Wer die Norm kennt, gelangt über den DIN-Produktfinder direkt zur passenden Ausführung statt über die Kategorienavigation.
ISO-Produktfinder für die internationale Normbasis: Derselbe Weg für ISO-Normen — hilfreich, weil viele Bestandszeichnungen noch DIN-Nummern tragen, die Artikel aber nach ISO bezeichnet sind: ISO-Produktfinder.
CAD-Daten für die Konstruktion: Verbindungselemente lassen sich als CAD-Modell in die Konstruktion übernehmen, statt Geometrien aus Normtabellen nachzubauen — über die CAD-Datenbank.
Ausschreibungstexte für Planung und Vergabe: Für Leistungsverzeichnisse stehen vorformulierte Ausschreibungstexte bereit, die Norm, Werkstoff und Oberfläche eindeutig benennen.
C-Teile-Versorgung mit ORSY: Schrauben sind klassische C-Teile — geringer Wert, hoher Verwaltungsaufwand. Das ORSY-Ordnungssystem bringt Lagerhaltung, Kennzeichnung und Nachschub in eine Struktur, bis hin zur automatisierten Nachbestellung.
Veredelung und Sonderausführungen: Wo keine Standardausführung passt, lassen sich Verbindungselemente nachbearbeiten oder beschichten — vom Sonderwerkstoff bis zur definierten Reibwert-Beschichtung: Veredelung für C-Teile.
Prüfnachweise gehören bei geregelten Bauprodukten dazu: Vorspannbare Garnituren für den Stahlbau tragen ein Chargenkennzeichen auf dem Produkt und ein CE-Zeichen. Nach Tabelle 1 der DIN EN 1090-2:2018-09 kann damit auf die separate Anforderung einer Prüfbescheinigung 3.1 nach EN 10204 verzichtet werden — ein Detail, das in der Bauabwicklung Zeit spart. Für Bestellungen über eigene Systeme steht die Anbindung per E-Procurement zur Verfügung, sodass Normteile im gewohnten Beschaffungsprozess bleiben.
Schrauben-Sortimente und Zubehör von Würth
Wer nicht eine Position, sondern eine Größenreihe an Maschinenschrauben braucht, greift zum Sortiment. Die vorkonfektionierten Sets fassen die gängigen Nenndurchmesser und Längen einer Kopfform in einem Systemkoffer zusammen — für Werkstattwagen, Montagefahrzeug und Instandhaltungslager, wo der fehlende Einzelartikel mehr Zeit kostet als das komplette Set.
Sortimente mit Sechskantschrauben: Sets nach ISO 4017 mit Vollgewinde, gestaffelt von M6 bis M10 — die breiteste Abdeckung für allgemeine Montagearbeiten.
Daneben stehen die gemischten Sortimente. Sie legen die Maschinenschrauben nicht allein in den Koffer, sondern gleich mit dem Gegenstück — Mutter, Scheibe oder Sicherungselement in der passenden Größe. Für die Montage heißt das: Die Garnitur muss nicht aus mehreren Positionen zusammengesucht werden, und im Fahrzeug oder auf der Baustelle fehlt nicht die Mutter zur vorhandenen Schraube. Sortimente mit Schrauben und Muttern kombinieren etwa Sechskantschrauben nach ISO 4017 mit Muttern nach ISO 4032 und Scheiben nach ISO 7089, 1350-teilig im Systemkoffer, oder Senk- und Zylinderkopfschrauben mit Schlitz nach DIN 963 und DIN 84 mit den zugehörigen Muttern und Scheiben, 1200-teilig. Sortimente mit Schrauben und Sicherungselementen führen Zylinderkopfschrauben nach ISO 14579 zusammen mit Sperrkantscheiben, 710-teilig. Wer nur die Schrauben braucht, greift zu den Sortimenten mit Kreuzschlitzschrauben nach ISO 7045 und ISO 7046-1 mit 1100 Teilen. Als Grundstock für Werkstatt und Servicefahrzeug bündeln die Sortimente mit gemischten Verbindungselementen Maschinenschrauben, Muttern, Scheiben und Sicherungselemente in einem Starter-Set mit 7400 Teilen.
Mit metrischen Schrauben, Zollschrauben und Maschinenschrauben in allen gängigen Kopfformen, Festigkeitsklassen und Oberflächen deckt das Sortiment die Verbindungstechnik von der Feinmechanik bis zum Stahlbau ab — mit Normteil-Wissen, CAD-Daten und einer Nachschubversorgung, die Verbindungselemente planbar hält.
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Häufige Fragen zu metrischen Schrauben und Zollschrauben
Die folgenden Fragen tauchen bei der Auswahl von Maschinenschrauben in metrischer und in Zollausführung regelmäßig auf. Die Antworten beziehen sich auf die Ausführungen, die das Sortiment umfasst.
Was ist der Unterschied zwischen ISO 4017 und ISO 4014?
Beide Normen beschreiben Sechskantschrauben mit demselben Kopf, unterscheiden sich aber in der Gewindelänge. ISO 4017 trägt Gewinde bis unter den Kopf, ist also eine Vollgewindeschraube und eignet sich für wechselnde Klemmlängen. ISO 4014 hat unter dem Kopf einen glatten Schaft; dieser nimmt Querkräfte auf und schützt das Gewinde in der Trennfuge. Beide Zweige stehen durchgängig über das Größenspektrum zur Verfügung. Die zurückgezogenen Normen DIN 933 und DIN 931 entsprechen ihnen weitgehend.
Warum haben Sechskantschrauben nach ISO 4017 andere Schlüsselweiten als nach DIN 933?
Bei der Überführung der DIN-Normen in die ISO-Normen wurden einige Schlüsselweiten angepasst. Bei M10 verringerte sich die Schlüsselweite von 17 auf 16 mm, bei M12 von 19 auf 18 mm, bei M14 von 22 auf 21 mm; bei M22 stieg sie von 32 auf 34 mm. Wer eine Bestandskonstruktion von DIN auf ISO umstellt, muss deshalb das Montagewerkzeug mitprüfen — insbesondere bei Drehmomentschlüsseln mit fest zugeordneten Einsätzen.
Wann wird Regelgewinde, wann Feingewinde eingesetzt?
Metrisches Regelgewinde ist der Regelfall und deckt den größten Teil aller Verschraubungen ab; in der Bezeichnung wird die Steigung nicht genannt, eine Schraube heißt dann etwa M8. Feingewinde hat eine kleinere Steigung, die ausdrücklich angegeben wird (M8×1). Es wird eingesetzt, wenn feiner justiert werden muss, wenn dünnwandige Bauteile mehr tragende Gewindegänge brauchen oder wenn eine höhere Sicherheit gegen selbsttätiges Lösen gefordert ist. Bei Sechskant- und Zylinderkopfschrauben bildet Feingewinde einen eigenen Sortimentszweig.
Was bedeuten die Festigkeitsklassen 8.8, 10.9 und 12.9?
Die erste Zahl steht für die Zugfestigkeit in Hundert Newton je Quadratmillimeter: 8.8 entspricht 800 N/mm², 10.9 entspricht 1.000 N/mm², 12.9 entspricht 1.200 N/mm². Die zweite Zahl beschreibt das Verhältnis von Streckgrenze zu Zugfestigkeit. Bei Stahlschrauben sind 8.8 und 10.9 die tragenden Klassen, 12.9 deckt hochbelastete Verbindungen ab, und 4.6 bis 5.6 stehen für Anwendungen ohne hohe Vorspannkraft. Bei Edelstahl gilt eine eigene Systematik mit A2-70, A2-80, A4-70 und A4-80.
Warum steht bei manchen Schrauben eine Null vor der Festigkeitsklasse?
Die vorangestellte Null — 08.8 oder 010.9 statt 8.8 oder 10.9 — kennzeichnet Schrauben, deren Kopfgeometrie die übertragbare Last begrenzt. Typisch ist das bei Senkkopf- und Halbrundkopfschrauben, deren Kopf weniger Fläche zur Krafteinleitung bietet als ein Sechskantkopf. Die Kennzeichnung ist ab einem Schraubendurchmesser von M5 auf dem Kopf eingestanzt. Die mechanischen Eigenschaften der Schraube selbst bleiben davon unberührt und entsprechen weiter der ISO 898-1.
Welche Oberfläche eignet sich für den Außenbereich?
Für geschützte Außenbereiche genügen verzinkte Ausführungen mit Dickschichtpassivierung oder Zink-Lamellen-Systeme. Im dauerhaft bewitterten Bereich und im Stahlbau sind feuerverzinkte Schrauben üblich; ihr Gewinde wird dafür mit Untermaß der Toleranzklasse 6az gefertigt, weshalb Mutter und Schraube aufeinander abgestimmt sein müssen. Wo Chloride im Spiel sind — Küstennähe, Schwimmbadtechnik, Streusalz — führt der Weg zu Edelstahl A4; A2 deckt den Außenbereich ohne Chlorideinfluss ab.
Dürfen Gewindestifte auf Zug belastet werden?
Gewindestifte aus Stahl sind ausschließlich für Druckbelastung vorgesehen (DIN EN ISO 898-5). Sie klemmen ein Bauteil oder drücken gegen ein Gegenstück und sind dafür sehr hart ausgeführt, damit der Innensechskant beim Anziehen nicht ausbricht. Anschweißen, Kontern mit Muttern oder Biegebelastung entsprechen nicht dem Einsatzzweck und können zum Versagen führen. Rostfreie Gewindestifte aus Edelstahl A2 und A4 sind nicht gehärtet und für Zugbelastungen gegebenenfalls geeignet; maßgeblich sind die Angaben im jeweiligen Produktdatenblatt.
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