Gewindeausbohrer
Präzise Gewinde in Stahl, Edelstahl, Guss oder Nichteisenmetall – das erfordert das richtige Werkzeug. Im Würth Sortiment finden Profis Gewindeausbohrer in über 70 Ausführungen: als Maschinengewindebohrer für Durchgangs- und Grundlöcher, in verschiedenen Schneidstoffgüten und Beschichtungen – abgestimmt auf den maschinellen Einsatz in Werkstatt, Fertigung und Montage.
Was ist ein Gewindeausbohrer – und wann kommt er zum Einsatz?
Ein Gewindeausbohrer – auch Maschinengewindebohrer genannt – schneidet Innengewinde maschinell in vorgebohrte Löcher. Im Unterschied zum Handgewindebohrer ist er für den Einsatz in Bohrmaschinen, Bearbeitungszentren und Gewindeschneidmaschinen ausgelegt. Würth führt Gewindeausbohrer in zwei zentralen Bauformen:
Form B (Durchgangsloch): Kurzer Anschnitt für Durchgangsbohrungen – der Span wird nach vorne abgeführt.
Form C (Grundloch): Langer Anschnitt für Sacklöcher – der Span wird nach hinten abgeführt, um ein Verstopfen der Bohrung zu verhindern.
Typische Einsatzbereiche sind die Metallbearbeitung in der Serienfertigung, der Fahrzeugbau, der Maschinenbau sowie Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten in der Werkstatt.
Welche Schneidstoffgüten stehen zur Auswahl?
Die Wahl des Schneidstoffs entscheidet maßgeblich über Standzeit und Einsatzbereich. Das Würth Sortiment umfasst folgende Schneidstoffgüten:
| Schneidstoff | Eigenschaften | Geeignet für |
|---|---|---|
| HSCo | Hochleistungsschnellstahl mit 5 % Cobaltanteil – hohe Warmhärte, gute Zähigkeit | Stahl, Guss, Edelstahl, Nichteisenmetall |
| HSCo-PM | Pulvermetallurgisch hergestellter HSCo – gleichmäßigeres Gefüge, höhere Standzeit | Schwer zerspanbare Werkstoffe, Titan, Sonderlegierungen |
| HSCo8 | Hochleistungsschnellstahl mit 8 % Cobaltanteil – maximale Warmhärte | Harte und zähe Werkstoffe |
| VHM | Vollhartmetall – höchste Verschleißfestigkeit | Hochfeste Werkstoffe, Hochgeschwindigkeitsbearbeitung |
| HSS | Standardschnellarbeitsstahl – wirtschaftlich für einfache Anwendungen | Weichstahl, Aluminium, Kunststoff |
Welche Gewindearten und Normen deckt das Würth Sortiment ab?
Profis finden bei Würth Gewindeausbohrer für alle gängigen Gewindearten – von metrischen Standardgewinden bis hin zu Spezialanwendungen:
✓ Metrisches Gewinde (M) – M2 bis M45, nach DIN 371, DIN 374 und DIN 376
✓ Metrisches Feingewinde (MF) – MF3 bis MF20, für präzise Verbindungen mit geringer Steigung
✓ Rohrgewinde (G) – G1/8 bis G1, nach DIN 5156 für Rohrleitungsanschlüsse
✓ Zollgewinde UNC / UNF – für Anwendungen nach amerikanischer Norm
Die Nenndurchmesser reichen von 1 mm bis 45 mm. Damit ist das Würth Sortiment für nahezu alle Fertigungs- und Reparaturaufgaben im gewerblichen Umfeld ausgelegt.
Beschichtungen und Oberflächen: Standzeit gezielt steigern
Die Beschichtung eines Gewindeausbohrers beeinflusst direkt Reibung, Verschleiß und Eignung für die Nassbearbeitung. Das Würth Sortiment umfasst folgende Oberflächenvarianten:
✓ Vaporisiert – Oxidationsschutz, geeignet für Nassbearbeitung mit Kühlschmierstoff
✓ TiN – Titannitrid, erhöhte Oberflächenhärte und Verschleißfestigkeit
✓ TiCN – höhere Härte als TiN, besonders für abrasive Werkstoffe
✓ TiAlN / TiAlN plus – hohe Warmfestigkeit, geeignet für Trockenbearbeitung und hohe Schnittgeschwindigkeiten
✓ HARODUR – speziell für harte und zähe Werkstoffe
✓ Magma Multilayer – Mehrlagenbeschichtung für maximale Standzeit in anspruchsvollen Anwendungen
✓ nanoProtect – Nanobeschichtung für reduzierte Reibung und verbesserten Spanabfluss
✓ Blank – unbeschichtet, wirtschaftliche Lösung für Standardanwendungen
Für die Nassbearbeitung mit Kühlschmierstoff empfiehlt sich eine vaporisierte oder TiN-beschichtete Ausführung. Bei der Trockenbearbeitung oder bei hohen Schnittgeschwindigkeiten sind TiAlN- oder Multilayer-Beschichtungen die richtige Wahl.
Produktlinien im Überblick: Die richtigen Gewindeausbohrer für jeden Einsatz
Das Würth Sortiment ist in klar differenzierte Produktlinien gegliedert, die Profis die Auswahl erleichtern:
✓ Multi – Universallinie für breite Werkstoffpalette: Stahl, Guss, Edelstahl, Nichteisenmetall
✓ Multi Performance – für schwer zerspanbare Werkstoffe und höhere Standzeiten
✓ Multi Longlife – optimierte Standzeit durch Beschichtung und Geometrie
✓ NeoTap – für moderne Bearbeitungszentren, in Blau (Durchgangsloch) und Grün (Grundloch)
✓ VaryTap – variable Gewindetiefe, flexibel einsetzbar in Blau und Grün
✓ Multi Lang – verlängerte Ausführung für schwer zugängliche Bohrungen
Einzelwerkzeuge und Sets mit 4, 6, 7, 14 oder 23 Stück stehen zur Auswahl – je nach Bedarf in der Einzel- oder Serienfertigung. Für den maschinellen Einsatz sind die Gewindeausbohrer mit Außenvierkant- oder Sechskantschaft erhältlich und damit kompatibel mit gängigen Gewindeschneidfuttern und Adaptersystemen.
Gewindeausbohrer - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen einem Gewindeausbohrer und einem Handgewindebohrer?
Ein Gewindeausbohrer – auch Maschinengewindebohrer genannt – ist für den maschinellen Einsatz in Bohrmaschinen, Gewindeschneidmaschinen oder Bearbeitungszentren ausgelegt. Er verfügt über einen Schaft mit Außenvierkant oder Sechskant zur Aufnahme in Maschinenfutter. Handgewindebohrer werden hingegen manuell mit einem Windeisen geführt und sind für die gelegentliche Einzelanwendung konzipiert – nicht für Serienbearbeitung.
Wann verwende ich Form B, wann Form C beim Gewindeausbohrer?
Form B (kurzer Anschnitt) eignet sich für Durchgangsbohrungen, bei denen der Span nach vorne aus der Bohrung abgeführt werden kann. Form C (langer Anschnitt) ist für Grundlöcher (Sacklöcher) vorgesehen: Der Span wird nach hinten abgeführt, damit er die Bohrung nicht verstopft. Die falsche Formwahl kann zu Werkzeugbruch oder schlechter Gewindequalität führen.
Welcher Schneidstoff ist für Edelstahl und schwer zerspanbare Werkstoffe geeignet?
Für Edelstahl, Titan und Sonderlegierungen empfiehlt sich ein Gewindeausbohrer aus HSCo-PM (pulvermetallurgischer Hochleistungsschnellstahl mit 5 % Cobalt). Dieser Schneidstoff zeichnet sich durch ein gleichmäßigeres Gefüge und eine höhere Standzeit gegenüber konventionellem HSCo aus. Für besonders harte Werkstoffe steht zusätzlich HSCo8 mit 8 % Cobaltanteil zur Verfügung.
Welche Beschichtung eignet sich für die Nassbearbeitung mit Kühlschmierstoff?
Für die Nassbearbeitung sind vaporisierte Gewindeausbohrer besonders geeignet. Die Vaporisierung bildet eine Oxidationsschutzschicht, die den Werkzeugverschleiß bei Einsatz von Kühlschmierstoffen reduziert. Alternativ bieten TiN-beschichtete Ausführungen ebenfalls gute Ergebnisse bei der Nassbearbeitung. TiAlN-Beschichtungen eignen sich hingegen bevorzugt für die Trockenbearbeitung bei hohen Schnittgeschwindigkeiten.
Welche Gewindegrößen deckt das Würth Sortiment bei Gewindeausbohrern ab?
Das Würth Sortiment umfasst Gewindeausbohrer für metrische Gewinde von M1 bis M45, metrische Feingewinde von MF3 bis MF20, Rohrgewinde G1/8 bis G1 sowie Zollgewinde in UNC und UNF. Damit sind nahezu alle Gewindegrößen abgedeckt, die in der gewerblichen Metallbearbeitung, im Fahrzeugbau und im Maschinenbau anfallen.
