Drehmomentschlüssel

1 bis 1000 Nm, Antriebe von 1/4 bis 3/4 Zoll: Drehmomentschlüssel decken bei uns jede Verschraubung vom Ventildeckel bis zur Zylinderkopfschraube ab. Im Würth Online-Shop wählen Sie zwischen Umschaltknarre, Durchsteckvierkant und Einsteckwerkzeugen für Maul-, Ring- und Steckschlüssel. Auslösegenauigkeiten von drei Prozent nach DIN EN ISO 6789 sichern reproduzierbare Werte in Kfz-Werkstatt, Montage und Instandhaltung, ob mit kurzem 168-mm-Griff oder langem Hebel samt Verlängerung. Bestellen Sie Ihren Drehmomentschlüssel passend zum Messbereich und schrauben Sie mit Würth dauerhaft normgerecht.

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Drehmomentschlüssel: Schraubverbindungen mit definiertem Anzugsmoment sichern

Ein Drehmomentschlüssel ist ein handbetätigtes Präzisionswerkzeug, das eine Schraube oder Mutter genau mit dem vorgegebenen Anzugsmoment festzieht und den Kraftfluss beim Erreichen dieses Werts hör- und fühlbar unterbricht. Die Skala am Griff gibt das Drehmoment in Newtonmeter vor, die Mechanik im Inneren löst beim eingestellten Wert aus. Damit ersetzt der Drehmomentschlüssel das Schätzen nach Gefühl und macht jede Verschraubung reproduzierbar.

Im Würth Online-Shop erhalten Sie Drehmomentschlüssel vom 1-Nm-Schraubendreher für Ventile bis zum 1000-Nm-Werkzeug für Nutzfahrzeugräder. Die Ausführungen in unserem Sortiment erfüllen dieDIN EN ISO 6789 für handbetätigte Drehmoment-Schraubwerkzeuge und kommen mit Konformitätserklärung und Seriennummer.

Welche Bauarten von Drehmomentschlüsseln gibt es?

Drehmomentschlüssel unterscheiden sich vor allem im Kopf, über den das Moment auf die Schraube geht. Diese Bauart entscheidet über Zubehör und Zugänglichkeit.

  • Umschaltknarre: Ratschenkopf mit 72 Zähnen und 5 Grad Drehwinkel, fest verbunden, gedacht für Stecknüsse in Serie.
  • Durchsteckvierkant: Der Vierkant sitzt durchgehend im Kopf, Ratsche und Stecknüsse lassen sich beidseitig aufstecken.
  • Einsteckaufnahme 9 x 12 oder 14 x 18 mm: nimmt Maul-, Ring- und Bitadapter in Schlüsselweiten von 8 bis 21 mm auf, so entsteht ein Maulschlüssel mit Drehmoment.
  • Schraubendreher-Bauform: 1/4-Zoll-Aufnahme im Bereich 1 bis 9 Nm, für Klemmen, Sensoren und Kunststoffgehäuse.

Für Innensechskant-Schrauben stecken Sie Bits über einen Adapter aus Chrom-Vanadium-Stahl in den Drehmomentschlüssel. Ein analoger Drehmomentschlüssel zeigt den Wert über die Skala am verstellbaren Griff und braucht weder Batterie noch Software. Die Unterschiede zwischen diesen Drehmomentschlüsseln liegen in Auslösegenauigkeit, Skalenteilung und Zubehör.

Für was ist ein Drehmomentschlüssel im Betrieb nötig?

Überall dort, wo ein Hersteller ein Anzugsmoment vorschreibt, ist der Drehmomentschlüssel das vorgesehene Werkzeug. In der Kfz-Werkstatt betrifft das Radmuttern, Zylinderkopf- und Fahrwerksschrauben, in der Industrie Flanschverbindungen und Lagerdeckel, im Elektrohandwerk Klemmstellen. Ein Drehmomentschlüssel verhindert dort zwei Fehler auf einmal, das Überdehnen des Gewindes und die zu locker angezogene Verbindung.

Welche Größe und welchen Drehmomentbereich brauchen Sie?

Die Größe eines Drehmomentschlüssels ergibt sich aus dem Antriebsvierkant, der passende Drehmomentbereich aus der Herstellervorgabe. Als Faustregel arbeiten Sie zwischen 20 und 100 Prozent des Skalenendwerts, weil die Norm die Genauigkeit erst ab diesem Anteil zusichert. Ein Drehmomentschlüssel am unteren Anschlag liefert deshalb unzuverlässige Drehmomentwerte.

Antrieb Typischer Messbereich Typische Baulänge Typische Anwendung
1/4 Zoll 1 bis 20 Nm 168 bis 219 mm Ventile, Sensoren, Elektronik
3/8 Zoll 12 bis 100 Nm 314 bis 411 mm Motorperipherie, Montage, Feinwerktechnik
1/2 Zoll 20 bis 300 Nm 388 bis 606 mm Radmuttern, Fahrwerk, Maschinenbau
3/4 Zoll 80 bis 1000 Nm 700 bis 1750 mm Nutzfahrzeuge, Stahlbau, Schwerlast

Der Unterschied zwischen den Drehmomentschlüsseln in 1/4, 3/8, 1/2 und 3/4 Zoll betrifft mehr als die Stecknuss, denn mit dem Vierkant wächst auch der Hebel. Ein kleiner Drehmomentschlüssel mit 1/4 Zoll Antrieb bleibt mit 168 mm Baulänge im Motorraum handlich und löst bis auf 0,1 Nm auf. Dazwischen deckt der Drehmomentschlüssel mit 3/8 Zoll Antrieb von 12 bis 100 Nm den klassischen Schrauberbereich ab.

Beim Drehmomentschlüssel fürs Auto greifen Sie für Räder und Fahrwerk zur Ausführung mit 1/2 Zoll Antrieb und 20 bis 300 Nm. Ein großer Drehmomentschlüssel mit 3/4 Zoll Vierkant erreicht 1000 Nm und misst samt Verlängerung 1750 mm. Einen Drehmomentschlüssel für den Kfz-Bereich, der beides gleich genau abdeckt, gibt es nicht, weil kein Messwerk 5 und 300 Nm mit derselben Präzision auflöst.

Wichtig: Die Genauigkeitsangabe nach DIN EN ISO 6789 gilt erst ab 20 Prozent des Skalenendwerts. Für eine 40-Nm-Verschraubung ist ein 300-Nm-Werkzeug damit die falsche Wahl, auch wenn die Skala den Wert hergibt.

Wie stellt man einen Drehmomentschlüssel richtig ein?

Am Drehmomentschlüssel stellen Sie das Drehmoment ein, indem Sie den Griff entriegeln, auf den Zielwert drehen und wieder verriegeln. Je nach Ausführung sitzt die Sicherung als Verriegelungsdrehknopf am Griffende oder als Pull-Push-Verschluss. Erst danach setzen Sie die Stecknuss auf.

  1. Verriegelung lösen, bei Ausführungen mit Drehknopf gegen den Uhrzeigersinn.
  2. Griff drehen, bis die Hauptskala den nächstkleineren Wert zeigt.
  3. Feinskala auf die fehlenden Newtonmeter nachstellen.
  4. Verriegelungschließen, damit sich der Wert beim Arbeiten nicht verstellt.

Wie liest man die Skala eines Drehmomentschlüssels richtig ab?

Die Skala eines Drehmomentschlüssels besteht aus zwei Teilen, deren Werte Sie addieren. Am Schaft nennt die Hauptskala den groben Wert, ihre Teilung reicht je nach Ausführung von 1 Nm bis 10 Nm. Ergänzend liefert die Feinskala am drehbaren Griff die Zwischenschritte, bei kleinen Ausführungen in 0,1 Nm, bei großen Schlüsseln in 2 Nm. Steht die Hauptskala auf 60 und die Feinskala auf 4, ist der Drehmomentschlüssel auf 64 Nm eingestellt.

Praxistipp: Fahren Sie den Zielwert immer von unten an. Drehen Sie darüber hinaus, gehen Sie deutlich zurück und nähern sich erneut, sonst bleibt Spiel in der Verstellmechanik.

Wie benutzt man einen Drehmomentschlüssel richtig?

Wer einen Drehmomentschlüssel richtig benutzen will, führt ihn beim Verschrauben gleichmäßig und ohne Ruck, mit der Hand mittig am Griff. Ziehen Sie langsam durch, bis das Auslösen kommt, und stoppen Sie sofort. Einen Drehmomentschlüssel nutzen Sie dabei mit den Stecknüssen aus dem vorhandenen Satz, solange Vierkant und Antrieb zusammenpassen.

Wie merkt man, dass das eingestellte Drehmoment erreicht ist?

Der Drehmomentschlüssel gibt beim Erreichen des Werts ein deutliches Knacken ab, das Sie hören und im Griff spüren. Dabei federt der Hebel kurz nach, das Werkzeug bricht nicht ab. Wer den Drehmomentschlüssel danach weiterzieht, überschreitet das eingestellte Moment, weil die Mechanik sofort wieder trägt.

Die meisten Drehmomentschlüssel ziehen nur in eine Richtung normgerecht an. Ausführungen für Rechts- und Linksanzug lösen in beide Richtungen aus und sind Pflicht, sobald Linksgewinde im Spiel sind. Ob ein Drehmomentschlüssel beidseitig auslösend arbeitet, steht in den technischen Daten unter Rechtsanzug und Linksanzug.

Bei Dehnschrauben schreiben Hersteller häufig ein Fügemoment plus einen definierten Drehwinkel vor. Diesen Drehwinkel setzen Sie nach dem Auslösen mit einer Winkelscheibe um, der Drehmomentschlüssel selbst misst ihn nicht mit. Wechseln Sie dafür auf eine Ratsche.

Achtung: Eine Verlängerung zwischen Kopf und Stecknuss verändert das Drehmoment nicht, eine Verlängerung in Hebelrichtung dagegen schon. Rechnen Sie den Einstellwert dann um.

Wie prüfen und justieren Sie einen Drehmomentschlüssel?

Einen Drehmomentschlüssel überprüfen Sie mit einem Prüfgerät. Dieses misst den Wert, der ausgelöst wird, gegen einen Referenzsensor. Weicht der Drehmomentschlüssel ab, lassen Sie ihn justieren und ersetzen ihn nicht. Beim Justieren stellt der Service die Federvorspannung gegen ein Normal neu ein und protokolliert das Ergebnis. Prüfgeräte dafür führen wir in der Kategorie Drehmomentmessung. Als Prüfintervall nach DIN EN ISO 6789 Norm gelten 12 Monaten oder 5.000 Schraubvorgänge.

Wie bei allen Messwerkzeugen zählt beim Drehmomentschlüssel das dokumentierte Prüfintervall, nicht das Bauchgefühl. Halten Sie das Prüfdatum im Werkzeugnachweis fest, dann bleibt die nächste Kalibrierung planbar.

Kann man einen Drehmomentschlüssel überdrehen?

Ja, einen Drehmomentschlüssel überdrehen können Sie auf zwei Wegen. Ziehen Sie nach dem Auslösen weiter, überträgt das Werkzeug erneut das volle Moment auf die Schraube. Stellen Sie den Drehmomentschlüssel über den Skalenendwert hinaus ein, überdehnen Sie die Feder und verschieben die Kennlinie dauerhaft.

Praxistipp: Klassische Ausführungen drehen Sie nach dem Einsatz auf den niedrigsten Skalenwert zurück, damit die Feder entspannt. Modelle mit Schnellverstellung und Mikrometerskala brauchen das nicht.

Worauf sollten Sie beim Kauf eines Drehmomentschlüssels achten?

Beim Kauf eines Drehmomentschlüssels entscheidet die Auslösegenauigkeit, nicht die Ausstattung. Die Norm erlaubt ab 10 Nm bis zu 4 Prozent Abweichung und darunter bis zu 6 Prozent. Ein guter Drehmomentschlüssel nennt diesen Wert im Datenblatt und liegt eher darunter, viele Ausführungen erreichen 3 Prozent.

Kaufkriterium Worauf Sie achten Konkreter Anhaltspunkt
Genauigkeit Auslösetoleranz vom eingestellten Skalenwert 3 Prozent statt der zulässigen 4 Prozent
Normbezug Ausgabe der Norm sowie Typ und Klasse DIN EN ISO 6789-1:2017, Typ II, Klasse D
Dokumentation Konformitätserklärung oder Kalibrierzertifikat Zertifikat mit gelaserter Seriennummer

Einen Qualitäts-Drehmomentschlüssel erkennen Sie anhand von Genauigkeit, Norm und Konformitätserklärung und er lässt sich nachjustieren. Wer einen Drehmomentschlüssel in guter Qualität kaufen will, prüft außerdem die Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Kalibrierservice.

Würth Drehmomentschlüssel gibt es in diversen Ausfertigungen, je nach Anforderung und Einsatzbereich. Ergänzende Prüf- und Messgeräte entdecken Sie in unserem Sortiment an Messtechnik.

FAQ – Häufige Fragen zu Drehmomentschlüsseln

Kann man einen Drehmomentschlüssel zum Öffnen von Schrauben verwenden?

Sie sollten einen Drehmomentschlüssel zum Öffnen nicht verwenden. Beim Lösen wirken Losbrechmomente, die deutlich über dem Anzugsmoment liegen und das Messwerk überlasten. Nehmen Sie dafür eine Ratsche oder einen Ringschlüssel und setzen Sie den Drehmomentschlüssel nur zum Anziehen ein.

Wie viel Nm braucht ein Drehmomentschlüssel für den Reifenwechsel?

Für den Reifenwechsel deckt ein Drehmomentschlüssel mit 1/2 Zoll Antrieb und 20 bis 300 Nm alle gängigen Pkw ab. Radmuttern liegen je nach Hersteller meist zwischen 90 und 140 Nm, Transporter und leichte Nutzfahrzeuge darüber. Den genauen Wert gibt der Fahrzeughersteller vor.

Was bedeuten Typ und Klasse nach DIN EN ISO 6789?

Typ und Klasse beschreiben Bauart und Anzeigeart eines Drehmomentschlüssels. Dabei steht Typ II für auslösende Werkzeuge und Typ I für anzeigendemit Zeiger oder Display. Die Klasse unterscheidet die Bauform innerhalb des Typs, eine Schraubendreher-Ausführung trägt zum Beispiel Klasse D.

Wie lange bleibt die Einstellung an einem Drehmomentschlüssel stabil?

Die Einstellung an einem Drehmomentschlüssel bleibt stabil, solange die Verriegelung geschlossen ist und das Werkzeug im zulässigen Bereich arbeitet. Als Prüfintervall gelten 12 Monate oder 5.000 Schraubvorgänge. Ein Sturz auf harten Boden verstellt die Auslösemechanik unabhängig davon.

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