Schraubensicherung

Von der mittelfesten Schraubensicherung über hochfeste Ausführungen bis hin zu hitzebeständigen Varianten für den Motorenbau: Im Würth Online-Shop können Sie Schraubensicherung passend zu Ihrem Anwendungsfall bestellen. Sie erhalten anaerobe Klebstoffe, Sicherungslacke und Produkte mit einer Temperaturbeständigkeit bis 200 °C, geeignet für Stahl, Edelstahl und verzinkte Oberflächen. Daher eignen sie sich für Schrauben, Muttern und Stehbolzen in Kfz-Werkstatt, Maschinenbau und Metallbau. Wählen Sie bequem online die passende Festigkeitsstufe. So erreichen Sie mit Würth dauerhaft feste Schraubverbindungen.

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Schraubensicherung: Schraubverbindungen dauerhaft gegen Vibration und Stoßbelastung sichern

Eine Schraubensicherung verhindert, dass sich eine Schraubverbindung durch Vibrationen, Stoßbelastungen oder Temperaturwechsel selbstständig löst. Bei der chemischen Variante füllt ein anaerober Klebstoff das Spiel zwischen Schrauben- und Mutterngewinde und härtet dort unter Luftabschluss aus. Die Verbindung sitzt danach form- und kraftschlüssig fest und dichtet das Gewinde zugleich ab. Mechanische Sicherungselemente wie Muttern mit Klemmteil wirken dagegen allein über Reibung und Formschluss.

In unserem Online-Shop erhalten Sie Sicherungsklebstoffe in allen gängigen Festigkeitsstufen, von mittelfest über hochfest bis hitzebeständig, dazu passende Sicherungslacke. Welche Ausführung zu Ihrem Bauteil passt, entscheiden Werkstoff, Betriebstemperatur und die Frage, ob sich die Verbindung später wieder öffnen lassen muss.

Wie funktioniert eine Schraubensicherung?

Eine chemische Schraubensicherung arbeitet mit einem anaeroben Flüssigkunststoff, der unter Ausschluss von Luftsauerstoff und bei Kontakt mit Metall aushärtet. Solange das Produkt in der Flasche mit Luft in Berührung steht, bleibt es flüssig. Im geschlossenen Gewindegang vernetzt es dagegen innerhalb weniger Minuten.

Der Klebstoff läuft dabei in die Flanken des Gewindes und füllt das konstruktive Spiel zwischen Schraube und Mutter vollständig aus. Übliche Ausführungen überbrücken Spalte von 0,15 bis 0,2 mm und gleichen auch hohe Rautiefen aus. Das Ergebnis ist eine Verbindung ohne Mikrobewegung. Genau diese Mikrobewegung ist die Ursache für selbsttätiges Lösen und für Passungsrost. Im Werkstattjargon heißt dieser Klebstoff auch Schraubenkleber oder flüssige Schraubensicherung.

Wichtig: Anaerobe Produkte härten nur bei Metallkontakt aus. Auf passiven Werkstoffen wie Edelstahl, Aluminium oder verzinkten Oberflächen läuft die Reaktion langsamer ab. Planen Sie hier längere Aushärtezeiten ein oder arbeiten Sie mit einem Aktivator.

Welche Arten von Schraubensicherungen gibt es?

Für die Sicherung von Gewinden stehen Ihnen vier chemische Produktgruppen und mechanische Sicherungselemente zur Verfügung. Die chemische Schraubensicherung deckt dabei den größten Teil der Anwendungen in Industrie und Handwerk ab.

Mittelfeste Schraubensicherung:

✓ Ergibt eine mittelfeste Verbindung, die sich mit normalem Werkzeug wieder lösen lässt

✓ Geeignet für Schrauben, Stehbolzen, Muttern und Gewindestopfen an Wartungsteilen

✓ Anwendung auch an rostfreiem Stahl und passivierten Oberflächen

Hochfeste Schraubensicherung:

✓ Für Verbindungen, die im Betrieb nicht mehr geöffnet werden

✓ Demontierbar erst nach Erwärmen auf rund 300 °C

✓ Sichert auch Gewindeeinsätze sowie Kugel- und Wälzlager

Hitzebeständige Schraubensicherung:

✓ Eine hitzebeständige Schraubensicherung hält ihre Festigkeit auch bei dauerhaft hohen Bauteiltemperaturen

✓ Typisch im Motoren- und Abgasbereich

Schraubensicherungslack:

✓ Lösemittelfreier Sicherungs-, Kennzeichnungs- und Plombierlack

✓ Wird nach dem Anziehen aufgetropft und bricht sichtbar, sobald sich die Verbindung bewegt

Mechanische Sicherungselemente:

✓ Muttern mit Klemmteil, Sicherungsscheiben, Sperrzahnschrauben

✓ Wirken über Reibung, füllen das Gewindespiel aber nicht aus

Wann braucht man eine Schraubensicherung?

Die Sicherung von Schrauben ist immer dann Pflicht, wenn dynamische Kräfte auf die Verbindung wirken. Statische Lasten allein lösen eine korrekt vorgespannte Schraube nicht. Querbewegungen und Schwingungen tun es sehr wohl. Typische Auslöser in der Praxis:

✓ Vibrationen an Motoren, Pumpen, Kompressoren und Getrieben

✓ Wechselnde Temperaturen, die Werkstoffe unterschiedlich stark ausdehnen

✓ Kurze Klemmlängen, bei denen das Setzverhalten die Vorspannkraft schnell abbaut

✓ Verbindungen, die zusätzlich gegen Medien wie Öl, Kraftstoff oder Kühlmittel abdichten sollen

Solche Fälle finden sich in der Automobil- und Nutzfahrzeugtechnik, im Metall- und Werkzeugbau, im Maschinen- und Motorenbau sowie im Elektrobau.

Praxistipp: Bei Durchgangsverschraubungen tragen Sie den Klebstoff auf die Gewindegänge auf, die später tatsächlich im Mutterngewinde liegen. Klebstoff am freien Schraubenende härtet an der Luft nicht aus und geht verloren.

Wann ist eine mittelfeste und wann eine hochfeste Schraubensicherung die richtige Wahl?

Entscheidend ist die spätere Demontage. Die Ausführung Schraubensicherung mittelfest wählen Sie für alle Verbindungen, die Sie im Service wieder öffnen müssen. Zur Schraubensicherung hochfest greifen Sie dort, wo die Verbindung dauerhaft geschlossen bleibt und maximale Sicherheit gefordert ist. Kommt Dauerwärme hinzu, ist eine hitzebeständige Schraubensicherung die passende Ausführung.

Ausführung Festigkeit und Demontage Temperatur Typische Anwendung
Mittelfest Mit normalem Werkzeug lösbar Üblicherweise bis rund 150 °C Verstellschrauben, Wartungsteile, Elektrobau
Hochfest Erst nach Erwärmen auf rund 300 °C lösbar Bis 200 °C, bei 100 °C noch 85 Prozent der Maximalfestigkeit Stehbolzen, Gewindeeinsätze, Lagersitze
Hitzebeständig Hochfest, auf Dauerwärme ausgelegt Für heiße Bauteile im Motorumfeld Krümmer, Turbolader, Abgasanlagen
Sicherungslack Siegel bricht sichtbar bei Bewegung Etwa -40 bis 145 °C Prüfsiegel, Plombierung, Kennzeichnung

Eine Hochtemperatur-Schraubensicherung ist die richtige Wahl an Krümmern, Turboladern und Abgasanlagen. Denn die Betriebstemperaturen liegen dort dauerhaft über dem Niveau normaler Sicherungsklebstoffe. Ist sie ausgehärtet, bleibt die Schraubensicherung temperaturbeständig und verliert auch bei Dauerwärme nicht schlagartig ihre Haltekraft.

Jede Würth Schraubensicherung ist auf professionelle Montage ausgelegt und beständig gegen Laugen, Gase, Lösungsmittel, Öle und Kraftstoffe. Für gesicherte Gewinde- und Lagersitze finden Sie in unserem Online-Shop passende Klebstoffe für Schrauben- und Lagersicherung.

Wie tragen Sie eine Schraubensicherung richtig auf?

Der Erfolg entscheidet sich vor dem Auftragen. Die Verbindungsflächen müssen trocken, staubfrei und fettfrei sein, sonst erreicht der Klebstoff seine Festigkeit nicht.

1. Gewinde von Öl, Fett, Spänen und Rost befreien und vollständig trocknen lassen.

2. Bei passiven Werkstoffen wie Edelstahl oder verzinktem Stahl zusätzlich Aktivator aufbringen.

3. Den Klebstoff rund um mehrere Gewindegänge auftragen, im Sackloch auch in die Bohrung.

4. Schraube sofort einsetzen und mit dem vorgeschriebenen Drehmoment anziehen.

5. Austretenden Klebstoff abwischen und die Verbindung ruhen lassen.

Die Verarbeitung gelingt am besten bei Temperaturen zwischen 5 und 30 °C. Wie lange die Schraubensicherung trocknen muss, hängt von Werkstoff, Spaltmaß und Umgebungstemperatur ab.

Phase Richtwert Belastbarkeit
Handfestigkeit Nach etwa 10 bis 30 Minuten Bauteil bleibt in Position, keine Last aufbringen
Funktionsfestigkeit Nach etwa 1 bis 3 Stunden Leichte Belastung und Inbetriebnahme möglich
Endfestigkeit Nach 12 bis 24 Stunden Volle Belastung, Prüfdrehmoment anwendbar

Achtung: Anaerobe Klebstoffe greifen bestimmte Kunststoffe bei längerer Einwirkung an, darunter ABS, Polystyrol, Polycarbonat und PMMA. Auch lackierte Flächen können Schaden nehmen. Überschüsse deshalb sofort entfernen.

Wie lösen Sie eine ausgehärtete Schraubensicherung?

Mittelfest gesicherte Verbindungen lösen Sie mit normalem Werkzeug. Das Losbrechmoment liegt über dem Anzugsmoment, ein kurzer kräftiger Impuls mit Ratsche oder Schlagschrauber genügt in der Regel.

Hochfeste und hitzebeständige Verbindungen brauchen Wärme. Erhitzen Sie das Bauteil auf rund 300 °C, bis der Klebstoff seine Festigkeit verliert, und lösen Sie die Schraube im warmen Zustand. Danach reinigen Sie beide Gewinde mechanisch mit Drahtbürste oder Gewindebohrer, bevor Sie neu sichern. Reste alten Klebstoffs verfälschen sonst die Vorspannkraft. Die passenden Produkte dafür finden Sie im Würth Online-Shop im Bereich Klebstoffe.

Praxistipp: Bringen Sie die Wärme punktuell in den Schraubenkopf ein, nicht flächig in das Bauteil. So schonen Sie Aluminiumgehäuse, Dichtungen und Elektronik in der Umgebung. Kühlt die Verbindung ab, baut sich das Losbrechmoment sofort wieder auf.

FAQ – Häufige Fragen zu Schraubensicherungen

Was ist Schraubensicherungslack?

Schraubensicherungslack ist ein lösemittelfreier Sicherungs-, Kennzeichnungs- und Plombierlack, der nach dem Anziehen auf Schraube und Bauteil aufgetropft wird. Er bildet ein Siegel, das sichtbar bricht, sobald sich die Verbindung bewegt. Damit dokumentieren Sie Fertigungskontrolle und Produktprüfung und erkennen unbefugte Eingriffe sofort. Typische Werte liegen bei einer Handfestigkeit ab etwa 30 Minuten und einer Temperaturbeständigkeit bis 145 °C. Den passenden Schraubensicherungslack wählen Sie nach Farbton und Temperaturbereich aus.

Kann man Schraubensicherung auch bei Edelstahl verwenden?

Ja, Schraubensicherungen lassen sich auch an rostfreiem Stahl und an passivierten Oberflächen einsetzen. Edelstahl zählt jedoch zu den passiven Werkstoffen und beschleunigt die Reaktion des Klebstoffs kaum. Die Aushärtung dauert dort länger als an unlegiertem Stahl. Mit einem Aktivator stellen Sie die volle Festigkeit auch bei Edelstahl zuverlässig her.

Wie lange ist eine Schraubensicherung haltbar?

Ungeöffnete Gebinde sind je nach Produkt rund 12 bis 24 Monate ab Herstellung haltbar. Voraussetzung ist eine kühle, trockene Lagerung im geschlossenen Originalbehälter. Maßgeblich bleibt immer das Datum auf der Verpackung und das technische Datenblatt. In der Verbindung selbst hält die ausgehärtete Sicherung dauerhaft, solange die Temperatur- und Mediengrenzen eingehalten werden.

Was bedeuten die Farben blau, rot und grün bei Schraubensicherungen?

Bei anaeroben Sicherungsklebstoffen dient die Einfärbung der schnellen Erkennung im Betrieb. Blau eingefärbte Produkte stehen traditionell für mittelfeste Ausführungen, rote für hochfeste Verbindungen, grüne meist für Fügeverbindungen an Wellen und Lagern. Verbindlich ist immer die Produktangabe, nicht die Farbe. Schraubensicherungslack in Blau oder in anderen Farbtönen erfüllt eine andere Aufgabe. Er sichert nicht das Gewinde, sondern macht als Siegel jede Bewegung sichtbar.

Welche Fehler führen dazu, dass eine Schraubensicherung nicht hält?

Der häufigste Fehler ist ein öliges oder feuchtes Gewinde. Denn Rückstände verhindern den Metallkontakt und damit die Aushärtung. Ebenso kritisch sind zu geringe Auftragsmengen, ein zu großes Spaltmaß und die Montage bei zu niedriger Temperatur. Wird die Schraube nach dem Antrocknen nochmals bewegt, bricht die Klebstoffmatrix und die Festigkeit sinkt deutlich. Prüfen Sie außerdem das Anzugsdrehmoment. Denn eine Schraubensicherung ersetzt keine korrekte Vorspannkraft.

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