Innensechskantschrauben

Der Innensechskant überträgt hohe Drehmomente auf engem Raum, ohne dass der Schlüssel abrutscht. Innensechskantschrauben nach ISO 4762, DIN 6912 und DIN 7984 erhalten Sie im Würth Online-Shop in Stahl 8.8 bis 12.9 sowie in Edelstahl A2 und A4, mit Standardkopf oder niedrigem Kopf. Damit befestigen Profis Lagerböcke, Vorrichtungen, Hydraulikblöcke und Motorbauteile im Maschinen-, Anlagen- und Fahrzeugbau. Bestellen Sie Innensechskantschrauben passend zu Bauraum und Belastung und sorgen Sie gemeinsam mit Würth für dauerhaft belastbare Schraubverbindungen.

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Innensechskantschrauben: Zylinderkopf, Antrieb und Normen im Überblick

Innensechskantschrauben sind Schrauben, die anstelle eines Schlitzes oder Kreuzschlitzes eine sechskantige Vertiefung im Kopf tragen. Darin greift ein Innensechskantschlüssel formschlüssig an sechs Flanken an. Weil sich die Kraft auf sechs Flächen verteilt, übertragen Innensechskantschrauben ein höheres Drehmoment als Schrauben mit Schlitzantrieb, ohne dass sich der Kopf aufweitet oder das Werkzeug abrutscht.

In dieser Kategorie sitzt der Antrieb in einem zylindrischen Kopf nach DIN 912/ISO 4762, DIN 6912 oder DIN 7984. Das Sortiment im Würth Online-Shop umfasst eine breite Auswahl von verzinktem Stahl 8.8 über hochfestes 12.9 blank bis zu Edelstahl A2 und A4. Um für Ihre Verbindung die passende Ausführung zu bestellen, filtern Sie nach:

✓ Gewindeart

✓ Nenndurchmesser

✓ Länge

✓ Kopfdurchmesser und Kopfhöhe

✓ Norm

✓ Werkstoff und Festigkeitsklasse

Warum wird ein Innensechskant verwendet?

Der Innensechskant leitet das Drehmoment über sechs Flanken in den Schraubenkopf ein, ein Schlitz dagegen nur über zwei Kanten. Diese Lastverteilung ist der Grund, warum Innensechskantschrauben in Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Elektronik und Möbelfertigung zum Standard geworden sind. Daraus ergeben sich vier Vorteile in der Praxis:

Hohe Drehmomentübertragung: Der Formschluss hält auch beim Anziehen hochfester Schrauben der Klasse 12.9 auf Nennmoment

Kleiner Kopfdurchmesser: Der zylindrische Kopf baut schmaler als ein Sechskantkopf und passt in enge Bohrbilder

Versenkbarer Kopf: In einer Senkung schließt der Kopf bündig mit der Bauteiloberfläche ab

Zugang von oben: Ein Winkelschlüssel erreicht auch Schrauben, die seitlich von Bauteilen umbaut sind

Eine Schraube mit Innensechskant braucht allerdings einen exakt passenden Schlüssel. Innensechskantschrauben mit metrischem Antrieb dürfen Sie nicht mit einem Zollschlüssel bedienen, weil die minimale Spielpassung die Flanken rundet.

Wie vermeiden Sie das Ausrunden einer Schraube mit Innensechskant?

Setzen Sie den Schlüssel bis zum Anschlag ein und ziehen Sie geradlinig an. Rundet der Antrieb aus, liegt das meist an verschlissenen Schlüsseln, einem schräg angesetzten Werkzeug oder einem zu kleinen Schlüsselmaß. Bei verschmutzten Innensechskantschrauben reinigen Sie die Aufnahme vor der Demontage, weil ein Span- oder Lackrest den Schlüssel zu hoch stehen lässt.

Praxistipp: Winkelschlüssel mit kugelförmigem Kopf eignen sich zum Vorschrauben unter Winkel, nicht zum Anziehen auf Nennmoment. Nutzen Sie dafür die gerade Seite des Schlüssels oder einen Steckschlüsseleinsatz.

Sind Zylinderschrauben mit Innensechskant das Gleiche wie Innensechskantschrauben?

Ja, gemeint ist dieselbe Schraube. Wer von Innensechskantschrauben spricht, benennt den Antrieb. Die Bezeichnung Zylinderschrauben zielt dagegen auf die Kopfform.

Kopfform: Der Zylinderkopf mit Innensechskant ist zylindrisch, hat eine ebene Auflagefläche und eine nach Norm definierte Kopfhöhe

Antrieb: Die sechskantige Vertiefung im Kopf nimmt den Schlüssel auf und überträgt das Drehmoment

Würth führt die Kategorie deshalb als Schraube Zylinderkopf mit Innensechskant. Eine Innensechskantschraube mit Zylinderkopf ist nichts anderes als eine Zylinderschraube mit Innensechskant. Anders liegt der Fall bei Zylinderschrauben mit abweichendem Antrieb, etwa mit Schlitz oder Innensechsrund.

Welche Arten von Zylinderkopfschrauben mit Innensechskant gibt es?

Unterschieden werden die Ausführungen vor allem über die Kopfhöhe. Der Standardkopf nach ISO 4762 bietet die volle Belastbarkeit, während Innensechskantschrauben mit flachem Kopf nach DIN 7984 und DIN 6912 dort zum Einsatz kommen, wo der Bauraum knapp ist. Ein niedriger Kopf spart Aufbauhöhe, verkleinert aber die Aufnahme für den Schlüssel.

Norm Kopf Besonderheit Typischer Einsatz
ISO 4762 / DIN 912 Standardhöhe Volle Belastbarkeit, Voll- oder Teilgewinde Maschinenbau, Lagerböcke, Flansche
DIN 7984 Niedriger Kopf Ohne Schlüsselführung Vorrichtungsbau, flache Deckel
DIN 6912 Niedriger Kopf Mit Schlüsselführung im Antrieb Beengte Einbauräume, Überkopfmontage

Welche Normen gelten für Zylinderkopfschrauben mit Innensechskant?

Maßgeblich sind DIN 912 und die inhaltsgleiche ISO 4762, dazu DIN 7984 und DIN 6912. Die Bezeichnung Innensechskantschrauben DIN 912 steht in der Praxis meist für Schrauben nach ISO 4762, beide Normen wurden harmonisiert. Eine Zylinderschraube mit Innensechskant DIN 912 hat einen Kopfdurchmesser von etwa dem 1,5-fachen Gewindedurchmesser und eine Kopfhöhe in Höhe des Nenndurchmessers. Für die Festigkeit gilt separat die DIN EN ISO 898-1.

Was sind Zylinderkopfschrauben nach DIN 6912?

Zylinderkopfschrauben nach DIN 6912 sind Schrauben mit niedrigem Kopf und zusätzlicher Schlüsselführung. Diese Einkerbung am Grund des Antriebs lässt den Winkelstiftschlüssel einrasten, sodass er bei der Überkopfmontage nicht herausfällt. Damit eignen sich diese Innensechskantschrauben für schwer zugängliche Stellen. Im Sortiment liegt die Ausführung nach DIN 6912 in Stahl 8.8 verzinkt mit 215 Ausführungen von M4 bis M36.

Eine Innensechskantschraube mit flachem Kopf hat allerdings eine kleinere Schlüsselweite als das Pendant nach ISO 4762. Das übertragbare Drehmoment fällt entsprechend geringer aus. Neben der Kopfhöhe unterscheidet sich das Sortiment im Antrieb. Für hohe Drehmomente mit dem Akkuschrauber finden Sie bei den Zylinderkopfschrauben mit Innensechsrund die passende Antriebsvariante. Bei leicht zugänglichen Verschraubungen mit geringem Anzugsmoment greifen Profis dagegen zu Zylinderkopfschrauben mit Schlitz. Eine Sonderstellung nehmen Innensechskantschrauben nach ISO 4762 mit Unterkopfverzahnung ein, deren Rippen sich in die Bauteiloberfläche graben und gegen selbsttätiges Losdrehen sichern.

Achtung: Schrauben mit niedrigem Kopf nach DIN 7984 und DIN 6912 sind aufgrund der Kopfgeometrie nur eingeschränkt belastbar, siehe DIN EN ISO 898-1. Tauschen Sie eine Schraube nach ISO 4762 nicht ohne Nachrechnung gegen eine flache Ausführung.

Welche wesentlichen Unterschiede bestehen zwischen den Festigkeitsklassen von Innensechskant-Schrauben?

Die Festigkeitsklasse gibt an, welche Zugfestigkeit und welche Streckgrenze der Werkstoff erreicht. Dabei nennt die erste Zahl ein Hundertstel der Zugfestigkeit in Newton pro Quadratmillimeter, die zweite das Verhältnis von Streckgrenze zu Zugfestigkeit. Im Sortiment liegen Innensechskantschrauben in den Klassen 8.8, 10.9 und 12.9 sowie in den Edelstahlklassen A2-70 und A4-70.

Klasse Zugfestigkeit Ausführung im Shop Einsatz
8.8 800 N/mm² Verzinkt blau passiviert Allgemeiner Maschinen- und Anlagenbau
10.9 1.000 N/mm² Blank, verzinkt, Dickschichtpassivierung Hochbelastete Verbindungen, Fahrzeugbau
12.9 1.200 N/mm² Blank Werkzeug- und Vorrichtungsbau, Motorenbau
A2-70 700 N/mm² Blank, teils mit Unterkopfverzahnung Feuchtebereiche, Lebensmitteltechnik
A4-70 700 N/mm² Blank Chlorid- und Chemiebelastung

Eine Innensechskantschraube M10 der Klasse 12.9 hält rund die Hälfte mehr Last als dieselbe Zylinderkopfschraube in 8.8. Höhere Festigkeit bedeutet aber auch geringere Zähigkeit. Hochfeste Innensechskantschrauben reagieren empfindlich auf Kerben, Schlagbelastung und Wasserstoffversprödung.

Praxistipp: Innensechskantschrauben der Klasse 12.9 führt Würth bewusst blank. Galvanisches Verzinken kann bei dieser Festigkeit zu Wasserstoffversprödung führen. Brauchen Sie hohen Korrosionsschutz bei hoher Festigkeit, wählen Sie 10.9 mit Zink-Lamellen-Beschichtung oder Dickschichtpassivierung.

Sind Innensechskantschrauben aus Edelstahl besser als aus Stahl?

Besser ist der Werkstoff, der zur Umgebung passt. Innensechskantschrauben aus Edelstahl A2 oder A4 rosten nicht, erreichen mit A2-70 aber nur 700 N/mm² Zugfestigkeit. Verzinkter Stahl 8.8 liegt darüber, hochfestes 12.9 sogar beim Anderthalbfachen. Im trockenen Innenbereich ist verzinkter Stahl daher meist die tragfähigere und wirtschaftlichere Wahl.

Sobald Feuchtigkeit, Reinigungsmittel oder Außenwitterung hinzukommen, drehen sich die Vorzeichen. Für Fördertechnik, Nassbereiche und Lebensmittelverarbeitung greifen Sie zu Innensechskantschrauben aus Edelstahl A2. Bei Chloriden, Seewasser oder aggressiven Medien führt an A4 kein Weg vorbei. Verschrauben Sie Edelstahl in Aluminium, trennen Sie die Werkstoffe mit einer Isolierscheibe, sonst entsteht Kontaktkorrosion am weicheren Bauteil.

Praxistipp: Die Klasse A2-70 gilt bis einschließlich M24, darüber sind Edelstahlschrauben in A2-50 mit nur noch 500 N/mm² erhältlich. Rechnen Sie große Edelstahlverbindungen deshalb mit der tatsächlichen Klasse.

Welche Größe passt zu Ihrer Verbindung?

Den Nenndurchmesser bestimmen Gewindeloch und Belastung, die Länge ergibt sich aus Klemmlänge plus Einschraubtiefe. Für eine Innensechskantschraube M6 brauchen Sie nach ISO 4762 einen Schlüssel mit 5 mm Schlüsselweite, nach DIN 7984 dagegen nur 4 mm. Prüfen Sie die Schlüsselweite deshalb gegen die Norm, nicht gegen den Gewindedurchmesser.

Gewinde M6 M8 M10 M12
Schlüsselweite ISO 4762 5 mm 6 mm 8 mm 10 mm
Schlüsselweite DIN 7984 4 mm 5 mm 6 mm 8 mm

Bei der Länge zählt die Lage des Gewindes. Eine Innensechskantschraube M8 mit Teilgewinde sollte mit dem glatten Schaft in der Scherfuge liegen, weil der Schaft höhere Querkräfte aufnimmt als das Gewinde. Für kurze Klemmlängen und Durchgangsverschraubungen ist Vollgewinde die bessere Auswahl. Arbeiten Sie an Maschinen mit UNC- oder UNF-Gewinde, führt Würth die passenden Zylinderkopfschrauben mit Zollgewinde in einer eigenen Kategorie.

FAQ – Häufige Fragen zu Innensechskantschrauben

Kann ich eine Innensechskantschraube anstatt einer Sechskantschraube benutzen?

In vielen Fällen ja, sofern Gewinde, Länge und Festigkeitsklasse übereinstimmen. Achten Sie auf die Auflagefläche: Der Zylinderkopf ist kleiner als ein Sechskantkopf und erzeugt bei gleicher Vorspannkraft eine höhere Flächenpressung. Bei weichen Werkstoffen wie Aluminium oder Kunststoff legen Sie deshalb eine Unterlegscheibe unter. Umgekehrt punkten Innensechskantschrauben dort, wo für einen Maulschlüssel kein seitlicher Freiraum bleibt.

Zylinderkopfschrauben mit oder ohne Schraubensicherung?

Das entscheidet die Belastung. Bei dynamischer Beanspruchung mit Vibration und Lastwechseln sichern Sie Innensechskantschrauben zusätzlich, etwa mit chemischer Schraubensicherung, Sperrzahnscheiben oder einer Ausführung mit Unterkopfverzahnung. Statisch belastete Verbindungen halten eine korrekt aufgebrachte Vorspannkraft in der Regel auch ohne Zusatzsicherung. Welches Sicherungsmittel passt, richtet sich nach Gewindegröße, Temperatur und Demontierbarkeit.

Warum werden Zylinderkopfschrauben für Holz verwendet?

Eine Innensechskantschraube aus dieser Kategorie hat ein metrisches Gewinde und ist keine Holzschraube. Direkt ins Holz gedreht findet das feine Gewinde keinen Halt. Im Holz-, Möbel- und Ladenbau kommen Innensechskantschrauben deshalb als lösbare Durchsteckverbindung mit Mutter und Scheibe zum Einsatz oder in Verbindung mit Einschlagmuttern, Gewindehülsen und Einschraubmuffen. Der versenkbare Zylinderkopf ist dabei ein Vorteil, weil er bündig in der Holzoberfläche verschwindet.

Welche Scheibe passt unter einen niedrigen Zylinderkopf?

Für Innensechskantschrauben mit niedrigem Kopf nach DIN 7984 und DIN 6912 verwenden Sie Scheiben nach DIN 433. Deren Außendurchmesser fällt kleiner aus als bei den gängigen Scheiben nach DIN 125. Greifen Sie zur großen Scheibe, verlieren Sie die Auflage am Kopfrand und leiten die Kraft ungleichmäßig ein.

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